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Die deutsche Nationalmannschaft wartet weiterhin auf ihren ersten Sieg in der Arena. Gegen Frankreich gab es für das DFB-Team von Rudi Völler ein 0:3 (0:1). Dabei zeigten die Franzosen allerdings begeisternden Fußball.
Das Publikum in der ausverkauften Arena war berauscht vom Auftreten der Equipe Tricolore. Die Mannen um den genialen Mittelfeldstrategen Zinedine Zidane spielten nicht nur Fußball, sie zelebrierten ihn. „Weltklasse, absolute Weltklasse“, beschrieb Michael Ballack die Vorstellung von Frankreichs Nummer zehn. Deutschlands Ehrenspielführer Uwe Seeler schwärmte, „eine Augenweide, Zidane zu sehen“. Für Schalkes Trainer Jupp Heynckes ist der 31-Jährige schlicht „der beste Spieler der Welt“.
Mit der Leistung der deutschen Auswahl hingegen konnten die Besucher lediglich in der ersten Halbzeit zufrieden sein. Dort bewiesen die Akteure in den schwarzen Trikots, dass Potenzial in diesem Team steckt. Erst traf Kevin Kuranyi den Pfosten (11.), anschließend streifte ein Schuss von Bernd Schneider knapp am Tor vorbei (14.). Etwas überraschend fiel vier Minuten später das 0:1. Thierry Henry verwertete eine schöne Flanke von Bixente Lizarazu zur Führung. Zwar hatte die Truppe von Rudi Völler vor der Pause noch zwei gute Möglichkeiten durch Jens Jeremies und Frank Baumann, dessen Kopfball auf der Querlatte landete, doch mit einem 0:1 ging es in die Pause.
Nach dem Wiederanpfiff begann dann die Show der Franzosen, die sowohl die eigenen Anhänger als auch die Fans der DFB-Elf zu stehenden Ovationen hinriss. Da interessierte es die Wenigsten, dass die Gastgeber – sieht man mal vom 4:2 gegen die Bundesliga-Allstars im Dezember 2002 ab – zum dritten Mal in der 2001 eröffneten Arena den Platz nicht als Sieger verließen. Im Oktober 2001 kamen Kahn, Ballack und Co. in einem Qualifikationsspiel für die WM 2002 über ein 0:0 gegen die Finnen nicht hinaus. Zwölf Monaten später müssten sie gar eine Niederlage hinnehmen. Gegen die Niederlande gab es ein unglückliches 1:3. Damals sahen 60601 Zuschauer das Freundschaftsspiel, gegen Frankreich schauten 53574 Fans zu. Durch den Wegfall der Stehplätze verringerte sich die Zuschauerkapazität, beide Partien waren jedoch natürlich ausverkauft.
Und die Besucher bekamen gegen den Weltmeister von 1998 viel zu sehen. Immer wieder schwang Dirigent Zidane gekonnt den Taktstock, von seinen Ideen profitierten in erster Linie die beiden Ausnahmeangreifer Thierry Henry und David Trezeguet, der für die beiden letzten Treffer des Spiels verantwortlich war. Doch nicht nur das gallische Traumtrio ließ die Freunde des Ballsports mit der Zunge schnalzen. „Man hat gesehen, dass bei Frankreich alle Fußball spielen können“, staunte Ballack. „Das sind fast alles Weltklassespieler.“
„Die Franzosen haben ihre Deutschprüfung mit Auszeichnung bestanden!“, vermeldete der Courier de L'Quest. Auf Rudi Völler wartet indes viel Arbeit. Allerdings schöpft der Teamchef aus der Entwicklung junger Spieler wie Kuranyi, Andreas Hinkel oder Paul Freier seine Hoffnung: „Wir werden – davon bin ich überzeugt – auch bei der Europameisterschaft eine gute Rolle spielen.“
Deutschland: Kahn, A. Friedrich, Wörns, Nowotny (76. Rehmer), Hinkel, Jeremies, Baumann (71. F. Ernst), Ballack, B. Schneider (67. Freier), Bobic (67. Klose), Kuranyi
Frankreich: Coupet, Sagnol (61. Gallas), Thuram, Silvestre, Lizarazu, Makelele, Pires (73. Wiltord), Dacourt, Zidane, Trezeguet (82. Govou), Henry
Zuschauer: 53.574 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Henry (21.), 0:2 Trezeguet (55.), 0:3 Trezeguet (81.)
Schiedsrichter: Farina (Italien)
Gelbe Karten: Baumann - Sagnol, Dacourt, Pires
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