FIFA - Fussballweltmeisterschaft Deutschland 2006™     WM-Stadt Gelsenkirchen/WM-Stadion

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21.04.2006
"Green Goal" in Gelsenkirchen - Das Umweltkonzept der Fußball-Weltmeisterschaft 2006

Durch ein "Golden Goal" von Oliver Bierhoff wurde Deutschland 1996 Europameister. Frankreich errang den Europameistertitel 2000 durch ein "Silver Goal". Zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006™ kommt "Green Goal". Es soll die FIFA WM 2006™ zur ersten klimaneutralen Großveranstaltung dieses Maßstabs werden lassen. Franz Beckenbauer: "Bei der WM schaut die ganze Welt auf Deutschland. Da wollen wir natürlich auch beim Umweltschutz vorbildlich sein". In diesem Sinne entwickelte das Öko-Institut-Darmstadt mit Unterstützung des WM-Organisationskomitees, des Bundesumweltministeriums und der Deutschen Umweltbundesstiftung "Green Goal".

Ziel von Green Goal ist es, die Umweltbelastungen, die durch die FIFA WM 2006™ hervorgerufen werden, zu reduzieren. In vier Kernbereichen soll dies geschehen: Wasser, Abfall, Energie und Mobilität. Angestrebt ist, dass möglichst jeder zweite Zuschauer mit Bus und Bahn ins Stadion kommt und im WM-Stadion jeweils 20 % an Wasser, Abfall und Energie im Vergleich zu den bisher üblichen Werten eingespart werden. Diese Einsparquoten wurden vom Öko-Institut-Darmstadt als durchaus erreichbar angesehen und als Zielwerte ausgegeben.

Unabhängig von den vier Kernbereichen hat sich Green-Goal zum Ziel gesetzt, eine Veranstaltung in dieser Größenordnung erstmals "klimaneutral" durchzuführen. Die mit der FIFA WM 2006™ verbundenen Emissionen von klimarelevanten Gasen (z. B. durch das erhöhte Verkehrsaufkommen) werden daher so weit wie möglich minimiert Um die Klimabilanz auszugleichen und damit Klimaneutralität zu erreichen, erfolgen ergänzend Klimaschutzinvestitionen hier und in anderen Regionen der Welt, z. B. in Afrika.

In Gelsenkirchen war das Feld für Green Goal bereits bestens vorbereitet. Der Verein FC Schalke 04 wurde bereits 2002 mit der Arena als "ÖKOPROFIT®"-Betrieb zertifiziert, womit bereits wichtige Vorarbeiten im Umweltbereich geleistet wurden. Im Rahmen des Projektes "Green Goal" gilt es nun, dieses hohe Niveau noch weiter zu steigern.

Wasser

Die vom Green-Goal-Konzept anvisierte Nutzung von Regenwasser ist im Stadionbereich der Arena bereits verwirklicht. Das dort anfallende Niederschlagswasser wird hier schon für die Speisung eines Feuchtbiotops verwendet. Diese heute ca. 1 Hektar große Wasserfläche südlich der Arena wurde im Rahmen des Arena Baues naturnah gestaltet. In unmittelbarer Nähe des Stadions gelegen stellt sie heute einen interessanten Lebensraum für Wassertiere und heimische Pflanzen dar, der von den angrenzenden Wegen aus auch für Besucher des Berger Feldes erlebbar ist.

Im Umfeld der Arena, genannt "Berger Feld" werden derzeit noch Regenwasser und Abwasser gemeinsam der Emscher zugeführt. Vorgesehen ist die Trennung von Schmutz- und Niederschlagswasser. Das Regenwasser von einer Planfläche von rund 90 Hektar wird zukünftig der dann naturnah ausgebauten Emscher zugeführt werden.

Das Regenwasser-Projekt im Umfeld der Arena unterstützt nachhaltig die Zielsetzung der Emschergenossenschaft, nämlich innerhalb der nächsten 15 Jahre gemeinsam mit den Städten der Region 15 % des sauberen Regenwasserabflusses im Emschergebiet von der Kanalisation abzukoppeln und damit eine Stärkung der natürlichen Wasserkreisläufe zu erreichen.

Ferner wird der Spielrasen des Trainingsplatzes mit Grundwasser bewässert.

Die Toiletten der Arena werden vom Öko-Institut als "beispielhaft" bezeichnet. Sie verbrauchen lediglich 4,5 Liter pro Spülvorgang. Der Durchschnitt liegt bei 6 Liter.

Energie

Die "Solarstadt Gelsenkirchen"( www.solarstadt-gelsenkirchen.de ) als ein Leitbild der Stadtentwicklung ist an vielen Stellen in der Stadt bereits erkennbar. Eines der markantesten Projekte ist das Solarsegel an der Arena-Haltestelle. Diese Solaranlage produziert jährlich 70.000 Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom, der ins Stromnetz eingespeist wird.

Ein weiteres solares Erkennungszeichen in der Stadt wurde im Rahmen von Green Goal entwickelt. Die Stadt, die Sparkasse Gelsenkirchen und die Emscher Lippe Energie GmbH haben in einem Gemeinschaftsprojekt eine attraktive Fotovoltaik-Anlage im Bereich des Hauptbahnhofes errichtet. Mittels dieser "Visitenkarte" sollen die WM-Besucher bereits im hen Entreé-Bereich auf die Solarstadt-Ambitionen der Stadt Gelsenkirchen aufmerksam gemacht werden. Weitere Infos sind auf der Green Goal-Seite der FIFA zu finden.

Die Energieversorgung der Arena basiert auf einem ausgeklügelten Verbundsystem für Wärme und Kälte mit den unmittelbaren "Nachbarn" auf dem Berger Feld, einer Gesamtschule und einem Sportpark-Betreiber. Als Energieträger wird Erdgas als der fossile Brennstoff mit der niedrigsten CO2-Emission pro kWh Nutzwärme eingesetzt.

Ein besonderes Energie-Highlight ist das Beteiligungsprojekt SolarCup. Inspiriert durch die anspruchsvollen Klimaschutzziele des Projektes Green Goal und aufbauend auf den positiven Erfahrungen mit den Gelsenkirchener Solidar-Läufen wurde der SolarCup von der Stadt gemeinsam mit vielen Unterstützern ins Leben gerufen. Das Projekt wird vom aGenda 21-Büro und dem Referat Umwelt der Stadt getragen und vereint Fußballfieber mit lokalem und internationalem Engagement für den globalen Klimaschutz. Es fördert zudem das Bewusstsein, solidarisch in einer gemeinsamen Welt zu leben, und verankert den Solarstadtgedanken in Gelsenkirchen.

Unter dem Motto "Gelsenkirchen sucht die Fußballstars" können Schulen, Vereine, Unternehmen, Verwaltung und andere Institutionen Torwände ausleihen, um ihren Fußballstar zu bestimmen. Dieser kann es, je nach Trefferquote, bis in die Endausscheidung schaffen und dort die betreffende Einrichtung repräsentieren. Jeder Teilnehmer bzw. die jeweilige Einrichtung spendet dabei für den Bau von zwei Solaranlagen. Mit der einen Hälfte des Reinerlöses wird quasi als "Steilvorlage" zur nächsten WM 2010 eine Solaranlage in Südafrika, mit der anderen Hälfte eine Solarstromanlage hier in Gelsenkirchen installiert. Mit den Stromeinspeiseerlösen der letzteren werden in den nächsten 20 Jahren weitere Solarprojekte in Südafrika finanziert.

Mobilität

Jeder zweite der rund 53.000 Fans soll mit Bus und Bahn zur Arena kommen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist schon viel investiert worden. Auf der Stadtbahnlinie 302 werden zur FIFA WM 2006™ zwei Straßenbahnenwagen pro Zug (Doppeltraktion) eingesetzt. In diesem Zuge wurde die gesamte Linie 302 zwischen Gelsenkirchen Hauptbahnhof und Gelsenkirchen-Buer im Bereich der Fahrleitungsanlagen und Energieversorgung ertüchtigt bzw. erneuert. Des Weiteren wurde die Stadtbahnhaltestelle Gelsenkirchen Hbf auf 120 m Länge niederflurgerecht umgebaut. Um den erhöhten Fahrzeugkapazitäten gerecht zu werden, wurde im Bereich der Haltestelle VeltinsArena ein drittes Stellgleis gebaut. Nicht zuletzt wird die Haltestelle selbst für die WM 2006 eine moderne, kundengerecht Gestaltung erhalten. Zu Stoßzeiten fährt diese Linie im Zwei-Minuten-Takt. Die Besucher können darüber hinaus die P+R-Angebote mit Shuttle-Bussen nutzen oder aber mit Reisebussen (die nach Green Goal ebenfalls unter ÖPNV-Mittel fallen) anreisen. Im Internet können die Fans unter www.nrw.pendlernetz.de ihre Anreise per PKW sogar gemeinschaftlich organisieren.

Die BOGESTRA (Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen Aktiengesellschaft) wird speziell für den Einsatz während der WM in Gelsenkirchen 30 neue Busse mit schadstoffarmer Euro 4-Emissionsnorm einsetzen. Zusätzlich rüstet das Nahverkehrsunternehmen15 Busse mit Partikelfiltern aus.

Abfall

Papier, Restmüll, Leichtverpackungen und Glas sollen dem Green-Goal-Konzept entsprechend getrennt werden. Im Stadionbereich, im Host-City-Bereich, der WM-Meile, an ÖPNV-Haltestellen und an markanten städtischen Eingangsbereichen und Parkplätzen sollen einheitliche Behälter stehen, wo gesammelt und getrennt werden kann. Das WM-Organisationskomitee und das Öko-Institut entwickeln zur Zeit gemeinsam ein einheitliches Konzept für alle WM-Standorte.

Die Caterer auf dem Fan-Fest werden Getränke in Mehrwegbechern ausschenken. So weit möglich bekommen die Fans ihre Bratwurst, etc "auf die Hand", so werden Verpackungen und Behältnisse weitgehend überflüssig.

In Gelsenkirchen wird das Green Goal-Projekt in einem Arbeitskreis bearbeitet, der sich aus Vertreterinnen und Vertretern der FC Schalke 04-Stadion-Beteiligungsgesellschaft mbH & Co., der ELE Emscher Lippe Energie GmbH, der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG, dem Öko-Institut Darmstadt, der Lokalen Agenda 21, des Referates Verkehr, des Referates Umwelt und von Gelsendienste zusammensetzt.

Die Leitung des Arbeitskreises und die Federführung für das Gesamtprojekt liegt in den Händen des Referates Umwelt, in dem der Großteil der kommunalen Umweltschutzaufgaben in Gelsenkirchen zentral wahrgenommen wird. Weitere Infos unter umweltportal.gelsenkirchen.de.

Kontakt:

Dr. Gerhard Osadnik, Referat Umwelt, Goldbergstraße 84, 45875 Gelsenkirchen;

Telefon: 0209/169-4262; Fax: 0209/1694812; E-Mail: referat.umwelt@gelsenkirchen.de

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