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Volunteer Brauneova: Mit dem Erzrivalen verheiratet
Sie ist eine von 15.000 freiwilligen Helfern, ohne die die Fußballweltmeisterschaft 2006 gar nicht möglich wäre. Marie Brauneova wurde in Süd-Böhmen geboren, lebt seit 20 Jahren in Sundern und musste am Montag in die Höhle des Löwen, um ihre geliebten Tschechen zu sehen.
Neben dem Team von Trainer Karel Brückner hat die 39-Jährige noch eine weitere Mannschaft in ihr Herz geschlossen: Borussia Dortmund. Seit 1990 ist sie Fan von den Schwarz-Gelben. "Damals hat der Tscheche Patrik Berger für den Verein gespielt. So wurde ich Borusse", erzählt Marie Brauneova, die wie Karel Poborsky in Jindrichuv Hradec geboren wurde.
Die Liebe verschlug die Tschechin nach Nordrhein-Westfalen. "Ich habe einen deutschen Mann geheiratet. Und was soll ich sagen: Er ist Schalke-Fan, genau wie mein Sohn", stöhnt Brauneova, die während der WM als Volunteer in Dortmund arbeitet. Weil für die Partie der Tschechen gegen die USA in Gelsenkirchen freiwillige Helfer knapp waren, die tschechisch sprechen, wurde sie angefordert.
Den 3:0-Sieg sah sie von der Tribüne aus, anschließend sammelte sie in der Pressekonferenz sowie in der Mixed-Zone Stimmen von Karel Brückner und Co. "Das war eine super Leistung von der Mannschaft", jubelte sie nach dem Schlusspfiff. "Nur die Verletzung von Jan Koller tut mir Leid. Hoffentlich ist es nicht ganz so schlimm."
Angetan war sie zudem von der Unterstützung im Stadion. "Die Fans haben die Mannschaft permanent angefeuert. Obwohl die meisten Tschechen wenig Geld haben, sind unheimlich viele nach Gelsenkirchen gekommen", hat sie vor Ort erfahren. "Viele von ihnen sind ohne Karte angereist. Sie haben irgendwo auf einer Großbildleinwand das Spiel verfolgt und wollen auch zur nächsten Partie gegen Ghana nach Köln fahren."
Marie Brauneova traut ihren Landsleuten viel zu bei dem Turnier. Man werde Ghana am Samstag schlagen und zusammen mit Italien in die nächste Runde einziehen. Wohin der Weg führen soll? "Ich hoffe, dass wir Weltmeister werden. Jetzt sind wir einfach mal dran. Bei der letzten Europameisterschaft sind wir sehr unglücklich im Halbfinale gegen Griechenland ausgeschieden. Aber das ist typisch für Tschechien." 2004 beendete eine Silver Goal den Titeltraum, 1996 stand das Golden Goal von Oliver Bierhof zwischen dem Land und dem größten Triumph nach dem Gewinn der Europameisterschaft 1976. "Kurze Zeit später wurden beide Regelungen abgeschafft."
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