FIFA - Fussballweltmeisterschaft Deutschland 2006™     WM-Stadt Gelsenkirchen/WM-Stadion

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16.06.2006
Maradona begeisterte die Massen

Hielt sich die politische und sportliche Prominenz bei den ersten beiden WM-Spielen auf Schalke noch merklich zurück, so war bei der Partie Argentinien gegen Serbien-Montenegro mächtig was los auf der Haupttribüne. Im Mittelpunkt stand dabei nicht Michel Platini oder der Kaiser, sondern die Hand Gottes: Diego Armando Maradona.

Kommt er, oder kommt er nicht: Diese bange Fragen stellten sich nicht nur die Argentinier vor dem Spiel ihrer Mannschaft gegen Serbien-Montenegro. Bereits am Haupteingang drängten sich über 100 Fans, um einen Blick auf einen der größten Fußballer aller Zeiten zu erhaschen. Und die, die bis 14.25 Uhr warteten, wurden belohnt. "Ich hab zwei Fotos mit Diego!", jubelte ein deutscher Fan, derweil der Superstar im Foyer der Arena für die TV-Kameras genüsslich eine Havanna rauchte. Und als der Weltmeister von 1986 sich zehn Minuten vor dem Anpfiff zum ersten Mal auf der Haupttribüne zeigte, setzte ein Raunen im Publikum ein. Ein Gruß von Diego Maradona, und die argentinische Fußball-Seele war glücklich.

Während der 90 Minuten feuerte die einstige Nummer zehn seine Mannschaft permanent an. Wenn Maradona auf dem großen Video-Würfel erschien, stimmten auch die restlichen Argentinier mit ein. Als Schiedsrichter Roberto Rosetti die einseitige Partei beendete, sprang der wohl beste Fußballer aller Seiten wie ein kleiner Kind auf und ab und schrie seine Freunde heraus.

Die politische Riege wurde angeführt vom Staatspräsidenten von Serbien. Boris Tadic schaute sich genauso die Partie seiner Serben an wie Julio Hartstein und Giullermo Kreckler aus dem Generalkonsulat Argentiniens in Deutschland. Für die Bundesregierung war Thomas de Maizere, der Chef des Bundeskanzleramtes, vor Ort. Das Land Nordrhein-Westfalen wurde gleich durch drei Politiker vertreten: Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Innenminister Ingo Wolf und Verkehrsminister Oliver Wittke.

Zudem waren viele bekannte Persönlichkeiten aus dem Fußball vertreten. So tauchten beispielsweise der legendäre Coach Bora Milutinovic im Medien-Zentrum auf. Er ist der einzige Trainer, dem es gelungen ist, fünf verschiedene Nationen zur WM zu führen. Da diese Mission 2005 mit China nicht gelang, kann er momentan als Experten für das argentinische Fernsehen arbeiten. Ebenfalls als Medienvertreter war Luis Chilavert vor Ort. Der legendäre Torwart von Paraguay wurde dreimal als Welttorhüter ausgezeichnet und erreichte mit seinem Land 1998 das Viertelfinale bei der WM in Frankreich. Dessen wahrscheinlicher bester Fußballer aller Zeiten, Michel Platini, war wie auch Franz Beckenbauer zum zweiten Mal bei dieser WM in der Arena.

Natürlich war bei einem Spiel der Gauchos Maradona nicht der einzige argentinische WM-Held, der ins Stadion gekommen war. So war Carlos Bilardo, der WM-Coach von 1986, genauso anwesend wie . Er war der Elfmeter-Killer, der die Argentinier 1990 in WM-Finale brachte. Wo er sich allerdings im Duell mit Andi Brehme geschlagen geben musste. Deutschland gewann durch einen verwandelten Elfmeter des Verteidigers mit 1:0.

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