|
Fiesta Mexicana auf Schalke
Portugal gegen Mexiko: Wer geglaubt hatte, die Südeuropäer würden in der Überzahl sein, der sah sich getäuscht. Über 30.000 Fans aus Mittelamerika hatten sich auf den langen Weg ins Ruhrgebiet gemacht, um ihre Mannschaft zu unterstützen und eine große Party zu feiern. Mexikaner wie Jaime Sanchez Calderon, der vom Empfang in Gelsenkirchen begeistert war.
"Ich kannte diese Stadt vorher gar nicht", gibt der 31-Jährige zu. "Doch von der ersten Sekunde an waren mir Gelsenkirchen und seine Menschen sympathisch." Die Leute seien überall sehr freundlich, und die Preise seien nicht so unverschämt wie in München oder Hamburg. Zudem könne man die Spielorte Dortmund und Köln sehr schnell erreichen.
Dass die Arena beim Spiel zwischen Portugal und Mexiko fest in der Hand der meist ganz in Grün gekleideten Mittelamerikaner ist, ist für ihn keine Überraschung. "Mexiko ist ein großes Land. In unserer Hauptstadt leben beispielsweise über 20 Millionen. Und die ganze Nation ist fußballbegeistert."
Jaime Sanchez Calderon kommt aus Morelia, wo er als Manager für eine Firma arbeitet, die mehrere Krankenhäuser betreibt. "Es gibt in Mexiko mittlerweile eine gut verdienende Mittelschicht. Die ist bereit, viel Geld für den Fußball auszugeben."
Und so ist die ganze Stadt Gelsenkirchen am Mittwoch ein Meer aus Rot, Weiß und vor allem Grün. Fast alle Mexikaner tragen das Nationaltrikot oder haben sich zumindest die Landesfahne umgehangen. Viele haben sich darüber hinaus einen Sombrero aufgesetzt.
Schon auf dem Arena-Ring sind die Mittelamerikaner kaum noch zu überhören. Mit Trommeln, Fanfahren und Hupen verwandeln sich das Schalker Feld in eine riesige Partymeile. Kaum einer ist nicht im Gesicht bemalt. Einige tragen rot-weiß-grüne Perücken, und ein besonders heißblütiger Mexikaner hat sich die Haare rot gefärbt sowie das Gesicht halb weiß und halb grün geschminkt. "Wir leben einfach Fußball", erklärt Jaime Sanchez Calderon. "Und auf unsere Nationalmannschaft sind wir besonders stolz."
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum der 31-Jährige so kritisch mit dem argentinischen Trainer der Mexikaner, Ricardo La Volpe, umgeht. "Er versteht uns nicht. So lässt er seinen Neffen mitspielen und verbannt Rafael Marquez, einen der besten Innenverteidiger der Welt, auf die Außenbahn."
Sein Tipp für den weiteren Verlauf des Turniers: "Das Achtelfinale werden wir erreichen. Dann ist jedoch gegen Argentinien Endstation." Ob er damit zufrieden wäre? "Nein, aber mit dem Trainer ist nicht mehr drin."
|