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30.06.2006
Coach Eriksson setzt auf Englands Mittelfeld

Wenn am Samstag ab 17 Uhr das Viertelfinale zwischen England und Portugal angepfiffen wird, stehen sich die beiden zum dritten Mal bei einem großen Turnier in der Runde der letzten acht gegenüber: Sven-Göran Eriksson und Luiz Felipe Scolari. Gelingt dem brasilianischen Trainer der Portugiesen der dritte Sieg? Oder kann der schwedische Coach der Engländer den Spieß umdrehen? Eins indes ist sicher, wer die Partie gewinnt, zieht ins Halbfinale der Weltmeisterschaft ein.

"Das Spiel heißt nicht Eriksson gegen Scolari, sondern England gegen Portugal", spielt der Coach der Engländer die Begegnung zwischen den beiden Trainern herunter. "Es ist das Viertelfinale einer Weltmeisterschaft. Es geht nur darum zu gewinnen."

Das erste Mal standen sich Sven-Göran Eriksson und Luiz Felipe Scolari bei der Weltmeisterschaft 2002 im Viertelfinale gegenüber. Damals trainierte der Brasilianer noch sein Heimatland und konnte mit der Selecao in die nächste Runde einziehen. Nach einem Stellungsfehler von Englands Torhüter David Seaman gewann Brasilien mit 2:1. Zwei Jahre später war Scolari bereits in Diensten des portugiesischen, und wieder fand das Duell im Viertelfinale statt. Dieses Mal ging das Spiel ins Elfmeterschießen, in dem David Beckham zum tragischen Held wurde. Er war einer von zwei Engländern die ihren Versuch nicht im Tor unterbringen konnten. Scolari und seine Spieler hatten im eigenen Land das Halbfinale der Europameisterschaft 2004 erreicht.

Anno 2006 haben die beiden Fußball-Lehrer mit unterschiedlichen Voraussetzungen zu kämpfen. Scolari muss zwei Akteure ersetzen. Deco und Costinha haben im Achtelfinale gegen die Niederlande jeweils die gelb-rote Karte gesehen und können nicht mitwirken. Für die beiden könnten Simao und Petit in die Anfangself rücken. Sven Göran Eriksson hingegen hat wahrscheinlich keine personellen Sorgen. Kein Akteur ist gesperrt, lediglich ein Spieler ist leicht angeschlagen. Frank Lampard verdrehte sich beim Donnerstagstraining der Knöchel, soll aber gegen Portugal mitwirken können.

"Er kann spielen und auch Wayne Rooney ist fit", sagt Eriksson, der mit viel Selbstvertrauen in das Spiel gegen Portugal geht. "Unser Mittelfeld beispielsweise ist viel besser als bei den Turnieren zuvor. Ich bin mir sicher, dass wir sehr weit kommen werden." Zumal er auf die Erfahrungswerte baut. "Meine Spieler haben aus der Vergangenheit gelernt. Wir haben mehr Selbstvertrauen als zuvor."

Wobei sich der schwedische Trainer durchaus bewusst ist, dass seine Mannschaft auf ein gutes Team treffen wird. Portugal müsse man sehr ernst nehmen. "Sie haben sehr gute Einzelspieler und eine gute Ordnung. Zudem spielen sie schnell. Wir müssen unsere beste Leistung abrufen."

Dass die Engländer bisher nicht überzeugt haben, stimmt ihn nicht nachdenklich. "Natürlich bin ich nicht glücklich über unsere bisherigen Vorstellungen. Aber mit den Ergebnissen kann ich gut leben." Nur eins sei auch klar: "Wenn du nur schlecht spielst, dann scheidest du irgendwann aus."

Von der Schalker Arena ist Eriksson begeistert. "Das ist ein schönes Stadion. Ich finde es gut, dass das Dach zu ist. Somit ist es etwas kühler." Der Coach der Engländer geht davon aus, dass dies die Qualität des Spiels positiv beeinflussen kann.

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